WS 10

REFERENten: Prof. Dr. Günter Ratschinski, Philipp Struck (Leibniz Universität Hannover)

Berufswahlverhalten und Wirksamkeitserleben – erste Ergebnisse der Evaluation des AvDual-Modells

Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des AvDual-Projekts.

Die modernste Konzeption der Berufswahlbereitschaft und -kompetenz ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Nach der Laufbahnkonstruktionstheorie besteht sie aus den beiden Metakompetenzen Identität und Adaptabilität. Identität ist Fähigkeit, Passungs-Ungenauigkeiten zwischen Selbst und der beruflichen Umwelt festzustellen und Adaptabilität ist die Fähigkeit, die Passung (wieder) herzustellen. Für Berufseinsteiger ist Identität ein aktiver Konstruktionsprozess, in dem das Selbst in (vorgestellten) beruflichen Umwelten (gedanklich) erprobt wird. Besonders für Schulabgänger mit schlechten Startbedingungen verlangt dieser Prozess die Fähigkeit, mit Handicaps und Rückschlägen umzugehen und Vertrauen in die Gestaltbarkeit des eigenen beruflichen Werdegangs zu bewahren. Wir schlagen deshalb vor, Resilienz als dritte Dimension der Berufswahlkompetenz hinzuzufügen.

Das Drei-Komponenten-Modell der Berufswahlkompetenz wird anhand der Befragungsdaten von 765 AvDual-Teilnehmern des ersten Jahres und 775 Teilnehmern des zweiten Jahres überprüft in seiner Struktur überprüft. Für die erste Befragung liegen Wiederholungsmessungen vor, so dass auch Veränderungen erfasst werden, die als Interventionseffekt interpretierbar sind. Wir stellen die Ergebnisse im Workshop zur Diskussion und sind gespannt, ob festgestellte oder ausgebliebene Kompetenzgewinne Alltagsbeobachtungen im praktischen Feld entsprechen.

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